zu TEIL 1

6.Mai 2014 Von Regine bei NEOBOOK

Zum kämpfen geboren in ein fremdes Leben

 

Allgemeines/Grundthese: Der Autor will in seiner Biographie zeigen, wie er geworden ist was er ist. 

Dazu holt er weit aus. Die  Großeltern in  ihrer Lebenswelt, der Vater, vor allem die Mutter spielen eine Rolle. Das Motiv: Im Rückblick auf seine Lebenskrisen möchte er die Ursachen seiner Störung kennenlernen, um eine weitere bedrohliche Krise zu verhindern.. 

Vor diesem Hintergrund beschreibt er die  Bedeutung der Personen seiner Herkunftsfamilie   in ihrer Lebenswelt, die Biographie der wichtigsten Bezugspersonen, soweit sie seine eigene Lebensgeschichte beeinflusste.

Dabei mutet er sich viel zu. Vor allem, wenn er die Umstände seiner Zeugung und Geburt imaginiert. Es geht nicht anders. Vermeidung macht alles noch schlimmer.

Aufbereitung des Themas: Zu Beginn die Geschichte von Amairgan, der für sein irisches Volk kämpft. Der Text steht als Gleichnis über der Lebensgeschichte und wie der Chor in der griechischen Tragödie übernimmt er die Einleitung, kommentiert und erklärt das Geschehene. 

Die Ich-Perspektive des Erzählers bildet den Hauptstrang der Erzählung. Doch der Autor wagt den Perspektivenwechsel, berichtet auch aus der Sicht der Mutter, greift zurück auf Assoziationen und Träume, wenn es ihm zum Verständnis des eigenen Lebens wichtig erscheint. 

Struktur: Er bezeichnet seine Geschichte als emotionale Odyssee. Odysseus Irrfahrten dauerten sieben Jahre bis er zuhause ankam. Der Autor brauchte sieben Kämpfe und sieben Leben, um bei sich selbst anzukommen.

Sprache/Duktus: Das alles erscheint in einer lebendigen und bilderreichen Sprache. Ich beziehe mich hier auf die ersten 30 Seiten des Textes. Die Passagen in Plattdeutsch sind zwar nicht leicht zu lesen, doch sie lassen die Menschen auf dem norddeutschen Land lebendig werden. Die Imaginationen um das Werden und Kindsein haben mich berührt,  ebenso das Gleichnis von den Kindern, die aus den Sphären des Lichts über eine Rutsche ins Leben geschubst werden. Manche landen in einem schmutzigen Sandkasten voll mit Katzenkacke.

Zusammenfassend: Berührende autobiographische Erzählung eines begnadeten Erzählers. Unbedingt lesenswert. 

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12. Mai 2014 Von Hexe "Lesehexe“beiAmazon:

Gute Aufarbeitung

Interessant zu lesen. Vor allem die Reflektionen sind sehr gut gelungen. Etwas anstrengend die Passagen der Dialoge in Plattdeutsch (vor allem für einen Schwaben), da wären Anmerkungen direkt in Klammer einfacher gewesen, als es nachher hinten noch nachzulesen. Flüssiger Schreibstil trotz Sprünge in der chronologischen Darstellung (aber so ist es im Leben ja auch). Im Großen und Ganzen gut gelungen.

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28.Juni 2014 Von David Seinsche bei NEOBOOK:

Harter Blick auf das eigene Leben

Allgemeines/Grundthese: In "7 Kämpfe 7 Leben" geht es um einen erwachsenen Mann, der sein bisheriges Dasein betrachtet und beschreibt, wie er zu dem jetzigen Menschen geworden ist. Dabei macht er nicht davor Halt, tief in sein Selbst zu blicken und schonungslos offenzulegen, was ihm widerfahren ist.

Aufbereitung des Themas: Das Buch ist sehr gut aufbereitet, es gibt passende Kapitelabschnitte. Was der Autor schreibt, ist sehr gut nachvollziehbar, vor allem, weil man sich in die Seele des Kindes, welches die Hauptperson darstellt, hineinversetzen kann.

Struktur: Der Autor bedient sich mehrerer Kapitel, die jeweils eine Erinnerung behandeln. Diese haben eine passende Länge, der Autor verheddert sich niemals in langweilig ausschweifenden Beschreibungen, sondern schafft es, durchgehend zu fesseln. 

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, was es noch einfacher macht, in die Szenerie einzutauchen.

Sprache/Duktus: Die Sätze sind teilweise sehr lang und verschachtelt, was das Verstehen nicht ganz einfach macht. Aber so ist gewährleistet, dass man sich konzentriert beim Lesen.

Die Kommasetzung lässt etwas zu wünschen übrig. Es ist aber nie so, dass man einen Satz nicht mehr verstehen könnte.  

Für mich als Bayern ist es sehr schwierig, das Plattdeutsch zu verstehen, welches der Autor manchmal verwendet. Sehr positiv ist zu bewerten, dass am Ende des Buches noch eine Übersetzung ins Hochdeutsche zu finden ist. 

Alles in Allem gut und verständlich geschrieben, es werden so gut wie keine Fachwörter verwendet. Und wenn doch mal eines vorkommt, wird es gleich erläutert.

Zusammenfassend: "7 Kämpfe 7 Leben - Teil 1" ist ein spannendes Buch geworden, welches ich an einem Stück durchgelesen habe. Es ist interessant geschrieben und spricht tatsächlich die eigene Emotion an. Das vermögen nicht viele Bücher.

 

Meinen Respekt vor dem Autor, so schonungslos seine eigenen Erinnerungen und Assoziationen zu Papier zu bringen. Ich bin der Meinung, es gehört viel Mut dazu, über sich selbst zu schreiben. Ich freue mich auf Teil 2!

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28.Juli 2014 Von Kiryl bei Amazon:

Ein Weg für Suchende ...

 

Arthur Hermanni schreibt sich gesund. Zutief traumatisiert von der Lieblosigkeit seiner Eltern, insbesondere seiner Mutter, verarbeitet er in einer kreativen Rückschau sein frühkindliches Leben. Durch eine experimentelle Methode "zoomt" er zwischen gestern und heute, versucht Antworten zu finden für das Verhalten seiner Eltern.
Teil 1 beantwortet seine Fragen noch nicht. Hier hängt er noch fest, dreht sich im Kreis, immer um das defizitäre Gefühl herum, nicht geliebt worden zu sein von den Eltern. Der von den Eltern bevorzugte Bruder, kaum älter als Hermanni selbst, taucht kaum auf. Ein Hinweis auf eine starke Geschwisterkonkurrenz ?
Für den kleinen Hermanni in seiner Sehnsucht nach elterlicher Liebe und Anerkennung bleibt "nur" die Oma, die ihn überaus liebt und beschützt. Hier erkennt Hermanni durchaus den Wert dieser Liebe an - so scheint es. Aber letztlich besteht er doch darauf, dass seine Eltern / Mutter iihn so hätte lieben sollen, wie seine Oma.
Ich habe bisher nur den 1. Teil gelesen. Es ist zu hoffen, dass der Autor in den folgenden 3 Teilen seiner akribischen Selbstbetrachtung und Analyse seiner Lebensbedingungen als junges Kind aus dem Kreislauf seiner unerfüllten Liebeserwartungen heraus finden kann und verstehen lernt, dass er - meiner Meinung nach - durch die Liebe seiner Großmutter ein Geschenk erhalten hat, dass ihn liebesfähig werden ließ - und dass längst nicht alle Kinder erhalten haben.
Zu empfehlen ist die Arbeit für ähnlich Suchende und Leidende. Hier können siie vielleicht einen Weg finden, die eigene Suche nach dem, was "damals" geschah, aufzunehmen, um in ihren eigenen Heilungsprozess einzutreten.

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7. September 2014  Von David Seinsche bei Amazon:

Auftakt zur Aufarbeitung seines Lebens

In "7 Kämpfe 7 Leben" geht es um einen erwachsenen Mann, der sein bisheriges Dasein betrachtet und beschreibt, wie er zu dem jetzigen Menschen geworden ist. Dabei macht er nicht davor Halt, tief in sein Selbst zu blicken und schonungslos offenzulegen, was ihm widerfahren ist.
Das Buch ist sehr gut aufbereitet, es gibt passende Kapitelabschnitte. Was der Autor schreibt, ist sehr gut nachvollziehbar, vor allem, weil man sich in die Seele des Kindes, welches die Hauptperson darstellt, hineinversetzen kann.
Der Autor bedient sich mehrerer Kapitel, die jeweils eine Erinnerung behandeln. Diese haben eine passende Länge, der Autor verheddert sich niemals in langweilig-ausschweifenden Beschreibungen, sondern schafft es, durchgehend zu fesseln.
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, was es noch einfacher macht, in die Szenerie einzutauchen.
Zusammenfassend kann ich sagen: "7 Kämpfe 7 Leben - Teil 1" ist ein spannendes Buch geworden, welches ich an einem Stück durchgelesen habe. Es ist interessant geschrieben und spricht tatsächlich die eigene Emotion an. Das vermögen nicht viele Bücher.
Meinen Respekt vor dem Autor, so schonungslos seine eigenen Erinnerungen und Assoziationen zu Papier zu bringen. Ich bin der Meinung, es gehört viel Mut dazu, über sich selbst zu schreiben. Ich freue mich darauf, die anderen drei Teile zu lesen!

 

zu TEIL 2

5.Juli 2014 Von David Seinsche bei NEOBOOK:

"Dat is all Natur"

Allgemeines/Grundthese: Artur Hermanni beschreibt im zweiten von vier Teilen die Jahre zwischen dem ersten Umzug und dem Ende seines Studiums. Besonders geht er auf die Beziehung zu seinen Eltern ein, die den Grundstein für seine späteren Kämpfe gelegt haben.

Er widmet sowohl seinem Vater, als auch seiner Mutter viel Platz und geht mit ihnen hart ins Gericht. Hermanni schafft es aber auch, sich selbst zu reflektieren und seine Gedanken und Handlungen zu beurteilen.

Aufbereitung des Themas: Es hilft, den ersten Teil gelesen zu haben. Das Buch funktioniert aber auch für sich. Die Gliederung der Kapitel ist sehr übersichtlich und chronologisch.

Struktur: Die Kapitel sind recht ausgewogen, auch wenn das erste Kapitel deutlich länger ist. Man merkt, dass dem Autor diese Passage sehr wichtig gewesen ist, auch um selbst besser verarbeiten zu können. 

Sprache/Duktus: Artut Hermanni ist plattdeutscher Muttersprachler. Er erklärt selbst, dass er erst in der Grundschule mit dem Hochdeutschen konfrontiert worden ist. Daher rühren auch manche Kommasetzungen, die das Lesen manchmal nicht ganz einfach machen.

Die Sprachwahl selbst ist eher leger, was aber sehr gut passt, da der Autor mit seinen eigenen Worten erzählt und somit viel Authentizität schafft.

Zusammenfassend: Artur Hermanni zeigt sehr viel Mut, so offen über sein Leben und seine Kämpfe zu schreiben. Er hat mich sehr gefesselt und bewegt.Ich erkenne mich in manchen Begebenheiten wieder, unter anderem in der Tatsache, dass seine Mutter der "Feldmarschall" der Familie war, während sein Vater den "Unterwürfigen" darstellte. Hermanni gebührt mein Respekt!

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8.Juni 2014 Von Regine bei NEOBOOK:

Wir erfahren uns durch die anderen

Allgemeines/Grundthese: Im zweiten Teil seiner Autobiographie beschreibt Artur Hermanni die Zeit vom siebten bis zum zweiunddreißigsten Lebensjahr.

Das Erlebte stellt er als eine Aneinanderreihung von Kämpfen dar, denn um „...existieren zu können, musste ich bereits als Kind, bis hin zum Erwachsenen, suchen, mich mühen und viele existentielle Dinge erkämpfen.“ Die damit einhergehenden Krisen werden als Entwicklungschance erlebt und wahrgenommen. 

Artur Hermanni war 45 Jahre alt, in der Lebensmitte,  als er diese Vorstellungen zu seinem Arbeitsmodell machte.  Das erinnert mich an Dante, der seine „göttliche Komödie“ folgendermaßen beginnt:

„Die Zeit, die wir die Lebensmitte hießen,

 befand ich mich in einemdunklen Wald,

  weil sich der rechte Weg als falsch erwiesen.“

Aufbereitung des Themas: Die Kapitel sind nach den Kämpfen eingeteilt:

  1. Kampf -  Aufmerksamkeit gesucht - 7. bis 17. Lebensjahr

  2. Kampf -  Befreiung und Zwang - 17. bis 23. Lebensjahr

  3. Kampf - Sturm und Zwang - 23. bis 32. Lebensjahr

Struktur: Das vorangestellte Zitat am Anfang jeden Kapitels gibt einen Hinweis, welche Kämpfe in den jeweiligen Phasen zu bestehen waren. Es geht um das Verhältnis zum Vater, um Verunsicherung und Selbstwert, um Angst und Zwang. Immer wieder um Zwang. Zwangshandlungen um Angst zu vermeiden, als Kampf um Kontrolle. Zwang und der Verlust von Freiheit und Handlungsautonomie. 

Sprache/Duktus: Die Sprache: lebendig, dem Thema angemessen. Passend die Zitate am Kapitelanfang. 

Bewegende Bilder, die brennende Eiche zum Beispiel.

Hilfreich sind die Begriffserklärungen und vor allem die Übersetzung der niederdeutschen Passagen ins Hochdeutsche

Zusammenfassend: „Wir erfahren uns durch die anderen“, schreibt Jean Paul Sartre. Sinngemäß. Ich zitiere aus dem Gedächtnis. Die Biographie des anderen erinnert an die die eigene Geschichte. 

Ich vergleiche und finde Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Längst Vergessenes gerät wieder ins Bewusstsein und kann neu überdacht werden. 

 

 

TEIL 3

23.Juli 2014 Von David Seinsche bei NEOBOOK:

Die Kämpfe gehen weiter

Allgemeines/Grundthese: Artur Hermanni schreibt im dritten Teil des Werkes "7 Kämpfe 7 Leben" über die Zeit zwischen 1995 und 2007, wo er im Arbeitsleben von einem Job in den nächsten schlittert und zwei Beziehungen auf ähnliche Weise beginnen und auf tragische Weise enden. Die explosive Mischung aus beruflichem Stress und privatem Scheitern steuert unaufhaltsam auf eine große Depression zu.

Aufbereitung des Themas: Man sollte die anderen Teile gelesen haben, um alles zu verstehen, was aber völlig in Ordnung ist. Schließlich handelt es sich hier um ein großes Werk.

Der Autor schreibt in lockerem, lebensnahem Stil und verzichtet auf poetische Umschreibungen. Es ist, als würde man dem Autor gegenüber sitzen und ihm zuhören, wie er seine Lebensgeschichte erzählt.

Struktur: Wie immer bei Artur Hermanni ist auch dieses Buch gut gegliedert in den beruflichen Teil sowie den privaten Teil. Er bezieht sich in beiden Abschnitten auf den jeweils anderen Part, ohne dabei zu stark zu vermischen. Das Buch ist chronologisch gehalten.

Sprache/Duktus: Artur Hermanni schreibt locker und ansprechend. Die Grammatik ist nicht immer einwandfrei, was er mit seiner Herkunft aus dem Plattdeutschen erklärt. Normalerweise versteht man aber trotzdem jeden Satz, da auf Verschachtelungen oder künstlich hochtrabende Sätze verzichtet wird. 
Auch wenn der Inhalt harter Stoff ist, so bleibt das Lesen leicht. Hermanni spricht wie ein ganz normaler Mensch. Und das macht ein Buch aus!

Zusammenfassend: "7 Kämpfe 7 Leben - Teil 3" ist genauso lesenswert wie die ersten beiden Teile. Artur Hermanni beschreibt ausführlich, wie sein Leben immer mehr von Krisen regiert wird.

Gerade die Frauen machen ihm immer noch zu schaffen, vor allem wegen der traumatischen Kindheit mit seiner Mutter. Er lässt sich von den Frauen in seinem Leben regieren und unterbuttern, was zu seinen Zwangsstörungen und Depressionen beiträgt.

Beruflich geht es drunter und drüber mit verschiedensten Jobs, die allesamt nicht lange halten. Auch dies hilft nicht gerade, eine positive Lebenseinstellung zu bewahren.Nur die Kinder, die er in die Welt setzt, bewahren in einigermaßen vor dem Totalabsturz.

Ich empfehle unbedingt, dieses Buch zu lesen!